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Neues Maßnahmenpaket gegen die Krise auf Mallorca

Neben Beschäftigungs- und Ausbildungsprogrammen kündigt Balearen-Premier Antich auch Hilfen für Hypothekenzahler an

Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten auf Mallorca, die die Raten für ihre Hypothek nicht zahlen können, sollen Hilfe von der Landesregierung erhalten. Der balearische Ministerpräsident Francesc Antich (PSOE) kündigte am Dienstag (22.9.) in seiner Rede zur Lage der Autonomen Region ein umfassendes Hilfspaket an, das die Stundung der Hypothek über den Zeitraum von drei Jahren vorsieht. Dazu soll in Kürze ein Abkommen zwischen Landesregierung und den Sparkassen auf den Balearen unterschrieben werden.

Antich kündigte zudem die Bereitstellung von weiteren 13,5 Millionen Euro an, um rund 1.700 Arbeitslosen, die bislang keinerlei staatliche Hilfen erhalten, zu Jobs zu verhelfen. Sie sollen Instandhaltungsarbeiten ausführen und Weiterbildungskurse besuchen. Geplant ist zudem ein Programm namens "Zweite Chance" zur Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen. Junge Leute sollen neben einem Halbtagsjob täglich Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen und dafür ein Grundgehalt gezahlt bekommen. Antich kündigte zudem zinsverbilligte Kredite für Fortbildungsmaßnahmen an.

Vor allem Strukturprobleme sind schuld daran, dass die Kaufkraft deutlich gesunken ist

Die Kaufkraft auf Mallorca ist im spanienweiten Vergleich deutlich abgerutscht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungszentrums CRE der Balearen-Universität und der Sparkasse Sa Nostra. Verfügten die Balearen-Bewohner Mitte der 90er Jahre über die höchste Kaufkraft pro Kopf in ganz Spanien, liegt der Wert inzwischen 2,1 Prozent unter dem spanienweiten Durchschnitt.

Als Gründe werden neben der derzeitigen Wirtschaftskrise auch die strukturellen Probleme der Wirtschaft auf Mallorca genannt. In den vergangenen Jahren sei besonders im Tourismus und im Bausektor zu sehr auf billige und unqualifizierte Arbeitskräfte gesetzt worden. Zudem seien Investitionen einseitig in Bauvorhaben geflossen statt in neue Technologien. Berücksichtigt wurde bei der Berechnung der Kaufkraft zudem das vergleichsweise hohe Preisniveau auf Mallorca.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut geht nun davon aus, dass das Bruttosozialprodukt auf den Balearen in diesem Jahr um insgesamt 1,3 Prozent schrumpfen wird. Auch wenn die Balearen-Wirtschaft der Krise bislang vergleichsweise gut standgehalten habe, werden ihr nach Einschätzung des Instituts die strukturellen Probleme noch schwer zu schaffen machen.