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Hausverlosungen Mallorca: Eine Variante von Abzocke?

Seit Monaten boomen Hausverlosungen im Internet. Was in einigen Ländern wie Spanien, den Immobilienmarkt intensiv beleben soll, schwappt nun in Wellenbewegungen über die EU hinweg.

Seit einigen Monaten boomt das Angebot von

Hausverlosungen im Internet. Was seit geraumer Zeit in einigen Ländern wie Spanien, den Immobilienmarkt intensiv beleben soll, schwappt nun in Wellenbewegungen über die EU hinweg. In Deutschland ist die Hausverlosung noch kein Thema, da die deutsche Rechtsprechung ein Glückspiel per Verlosung nicht zulässt, selbst die Teilnahme ist rechtlich eine brisante Angelegenheit, denn Deutsche dürfen rein rechtlich an einer Verlosung (Glücksspiel) nicht teilnehmen. Findige Anwälte werden aber sicherlich Wege finden um über Schlupflöcher im Rechtssystem ein Gewinnspiel zu etablieren dass dann eine Hausverlosung, in welcher Form auch immer, ermöglichen wird. Damit werden Anwälte definitiv zu den Gewinnern in Bereich Hausverlosungen gehören. Diverse Mediendesign-Unternehmen und Werbagenturen werden wirtschaftlich profitieren, da es gut konzipierte Internetsites braucht um die Häuser und Anwesen zu präsentieren. Dazu kommen die Werbekosten für Anzeigen um die Lose an den Mann oder die Frau zu bringen. Alles in Allem wird Geld die Besitzer wechseln, so wird auf jeden Fall eine wirtschaftliche Bewegung in Gang gebracht werden, bei der dann in letzter Konsequenz auch die Finanzbehörden, fiskalisch ihren Anteil haben werden.

Ob eine Hausverlosung nun auch Sinn macht, ist eine andere Sache. Wenn man sich die Mühe macht und den Markt etwas durchforscht kommt man sehr schnell zu dem Schluss, das es einige echte Diamanten gibt, aber auch ein große Menge an Objekten die wohl tatsächlich keine Käufer finden würden. Oftmals handelt es sich um schwierige Lagen, alte Bausubstanz, unansprechende Architektur, oder Objekte die einfach niemals ihren Kaufpreis rechtfertigen würden. Fakt ist einige Objekte sind zu den utopischen Preis-Wunschvorstellungen ihrer Eigentümer einfach nicht zu verkaufen. Hier starten nun ‚Glücksritter' eine Hausverlosung, für nur 99,-€ die Chance auf ein Gebäude das nach Wertgutachten einen Wert von 350.000,-€ darstellt, ausgegeben werden 6.999 Lose, so weit so gut. Ein 350.000,-€ Objekt wird jetzt schnell 700.000,-€ wert und auf den Verlosungsmarkt gebracht. Gute 700.000,- soll der Prachtbau jetzt bringen, das riecht eigentlich nach Beschiss …. Aber für 99,-€ ein echtes Schnäppchen. Für 6.999 Loskäufer ein herber Verlust, aber so ist das eben mit dem Glück.

Ob die Hausverlosung für den Eigentümer glücklich endet, hat mit Glück wenig oder nichts zu tun. Top-Objekte sind natürlich optimal für Verlosungen, normale Objekte sind schnell Ladenhüter und der Abverkauf der Lose gestaltet sich zäh und zermürbend. Doch die Erklärung dazu ist simpel. Wenn eine nette Doppelhaushälfte per Los zu 75,-€ gewonnen werden könnte, aber ein Los für eine Supervilla kostet 99,-€. warum sollte dann ein Glückspilz für nur 24,-€ mehr sein Glück nicht bei einem Traumhaus versuchen? Deutlich erkennbar ist der Fokus auf die Traumhäuser und Villen, mögen auch die Gewinnchancen bei 10.000 Losen geringer sein, ist das ein Faktor den Hauseigentümer vor einer Verlosung bedenken sollten. Je besser und feudaler das Gebäude desto höher die Chancen die Lose schnell zu platzieren.

Beispiele gibt es dafür genug. Fallende Immobilienpreise und die menschliche Gier machen Hausverlosungen möglich. Schlecht verkaufbare Objekte bleiben trotz Verlosung unveräußerlich. Die Kosten um ein Gebäude zu verlosen sind beachtlich, denn es gilt, ohne Werbung geht so gut wie nichts. Top-Objekte sind leicht zu bewerben, Ladenhüter fressen Werbebudgets schnell auf. Sicher ist, wer dabei verdienen wird, Glückskinder können ein Haus ihr eigen nennen und eine große Anzahl von Menschen wird leer ausgehen, aber das sind die meisten ja gewöhnt durch das Lottospiel.