Das Passivhaus - Prinzip

Wie funktioniert ein Passivhaus und warum der Begriff "Luxusimmobilie" neu definiert gehört...

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Huter Haustechnik
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Peter Mesecke Architect - Mallorca
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Luxusanwesen als Passivhaus
Luxusanwesen als Passivhaus

Gebäudehülle Passivhausprojekt in S’alqueria Blanca

Gebäudehülle

Der Begriff "Passivhaus" bezeichnet einen Baustandard. Dieser ist mit verschiedenen Bauweisen, -formen und -materialien zu erreichen. Er ist eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehaus- ("NEH-") Standards.

Der Begriff "Passivhaus" kennzeichnet ein Gebäude, in dem ein behagliches Innenklima im Sommer wie im Winter herrscht, ohne dafür sehr viel Energie aufwenden zu müssen.

Dies setzt vor allem voraus, dass der Jahresheizwärmebedarf nicht über 15 kWh/(m2a) liegt. Der noch erforderliche Restwärmebedarf kann dann durch eine Erwärmung der Zuluft über das ohnehin vorhandene Lüftungssystem, oder über Niedertemperaturheizflächen erfolgen. Passivhäuser brauchen etwa 80% weniger Heizenergie als Neubauten nach der deutschen Wärmeschutzverordnung 1995 bzw. den österreichischen Bauordnungen. Auf Mallorca sollte dieser Wert unter Umständen noch höher liegen.

Der Name "Passivhaus" leitet sich daher ab, dass im wesentlichen die "passive" Nutzung der vorhandenen Wärme aus der Sonneneinstrahlung durch die Fenster sowie der Wärmeabgabe von Geräten und Bewohnern ausreicht, um das Gebäude während der Heizperiode auf angenehmen Innentemperaturen zu halten.

In einem Passivhaus soll gleichzeitig auch der sonstige Energiebedarf, insbesondere der Strombedarf für Hausgeräte u.ä., durch Einsatz effizienter Technik minimiert werden. Ziel ist es, dass der gesamte Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Hausgeräte 42 kWh/(m2a) nicht überschreitet. Dies liegt mindestens um den Faktor 4 niedriger, als die spezifischen Verbrauchswerte von Neubauten nach den jeweils geltenden Vorschriften in Europa.

Eine der wichtigsten Säulen ist daher die Gebäudehülle. Die Gebäudehülle besteht aus den verschiedenen Bauteilen eines Hauses. Die wesentlichen Bestandteile sind die Fenster und die Außenwände, sowie das Dach. Wir sprechen aber erst dann von einer hochwertigen Gebäudehülle, wenn diese Bauteile Wärmebrückenfrei miteinander verbunden werden.

Damit erreicht man nicht nur eine Energiereduktion durch verminderte Wärmeabstrahlung, sondern auch eine sehr gute Luftdichtigkeit. Die Energie wird zum einen Teil über die Wände und Fenster verloren und zu einem großen Teil über Undichtheiten. Undichtigkeiten treten zwischen den Anschlüssen unterschiedlicher Gebäudeteile auf. Wärme steigt nach oben und Kälte nach unten. Im Heizungsfall steigt die Luft auf. Es entsteht eine Thermik im Haus. Die Warme Luft wird über undichte Dachanschlüsse hinausgedrückt. Ein undichter Dachanschluss ist der Übergang zwischen Wand und Dach. Bei einer Außentemperatur von knapp 0 Grad und einer Wohnraumtemperatur von 22 Grad kann ein enormer Auftrieb entstehen. Dieser Auftrieb ist ähnlich wie in einem Heißluftballon. Nur ist das Haus zu schwer um zu fliegen. Die Energie bzw. die warme Luft Druckt aber mit derselben Kraft gegen das Dach.

In einem Passivhaus werden alle diese Undichtigkeiten schon in der Planung beseitigt und bei der Ausführung speziell beachtet.

Die Wände werden landesuntypisch Wärmegedämmt. In den meisten Fällen ist es auch nötig die Kellerwände zu dämmen, da eine nicht unerhebliche Menge an Energie in die Erde verloren geht. Die Fenster in Passivhäusern werden 3scheibig ausgeführt. Die Dreischeibenverglasung hat enorme Vorteile. Kalte Luft bleibt länger kalt. Wenn das Haus warm ist, wird die Wärme auch länger im Haus bleiben. Zugerscheinungen vor den Fenstern gehören der Vergangenheit an. Es ist möglich Raumhohe  Verglasungen zu realisieren ohne vor den Fenstern Heizkörper platzieren zu müssen.

Die Passivhausbauweise ist vergleichbar mit Kaffee aus der Thermoskanne und Kaffee den sie ständig an der Herdplatte warm halten müssen. Das Produkt ist dasselbe. Warmer Kaffee. Nur der Energieeinsatz ist mit der Herdplatte der Zehnfache!

Energiekonzept Passivhausprojekt in S’alqueria Blanca

Energiekonzept

Bei dem ausgewählten  Energiekonzept handelt es sich um ein Alternativenergiesystem mit Niedrigstenergiefußbodenheizung und  Komfortlüftungsanlage. Auf die bedienungsfreundliche Handhabung des Haustechniksystems wurde sehr großer Wert gelegt.

Die Wärmeerzeugung erfolgt im Trend der jetzigen Energiesituation nicht mit fossilen Brennstoffen, sondern mit einer modernen ökonomischen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Wärmepumpe unterscheidet sich zu allen anderen Heizsystemen mit dem Vorteil, dass nur ein Teil an Energie in Form von Elektrizität zugeführt werden muss und dafür aber dass vierfache an Heizenergie zur Verfügung steht.

Bei einer Ölheizung wirkt sich eine Preiserhöhung zu hundert Prozent auf die Heizkosten aus.

Bei einer Wärmepumpe wirkt sich die Preiserhöhung nur zu einem viertel aus, da zur Beheizung Umweltenergie verwendet wird, was wiederum zu einer enormen Stabilität in den kommenden Jahren bei den Heizkosten bewirkt.

Die Niedrigstenergiefußbodenheizung ermöglicht in Verbindung mit der sehr hochwertigen Gebäudehülle ein mediterranes Raumklima im ganzen Haus.

Durch die Einzelraumsteuerung ist es weiters möglich in jedem Raum die gewünschte Temperatur einstellen zu können.

Durch die Tatsache, dass durch die extrem niedrigen Oberflächentemperaturen, die nur geringfügig über der gewünschten Raumtemperatur gehalten werden, keine Luft bewegt wird, können in einem sehr offenen, großzügigen Raum wie im Wohnzimmer, verschiedene Temperaturzonen geschaffen werden.

So können wir auf ihr Befinden reagieren und über die gesamte Heizperiode eine gleichmäßige Wohlfühltemperatur erzeugen, die genau auf die Wünsche der Hausbewohner abgestimmt werden kann.

Zur sinnvollen Ergänzung werden in den Wohnräumen Behaglichkeitszonen mittels Wand- und Deckenheizung geschaffen. Durch die Temperierung der Wände und Decke entsteht eine unglaubliche Behaglichkeit. Es gibt keine kalten Wände oder Bauteile mehr, die Unbehagen bereiten. Die Wände sind wohlig warm wie bei einem Kachelofen. Diese Behaglichkeitszonen sind im gesamten Haus in den Wänden und Decken untergebracht und bilden einen  unsichtbaren Heizkörper. Auch in den Bädern werden sämtliche Wände mit Wandheizung ausgeführt, damit der Stein oder die Fließen angenehm temperiert werden können.

Im Sommerfall ist es möglich die Wand- und Deckenheizung zum kühlen zu verwenden. Die Wärmepumpe kann nicht nur heizen, sondern im Sommer auch Kälte erzeugen, die durch das Wand- und Deckenheizungssystem das Haus angenehm kühlt ohne Luft zu bewegen. Somit wird eine sehr sanfte stille Kühlung gewährleistet.

Als Ergänzung bauen wir in jedem Passivhaus Konzept eine Komfort Lüftungsanlage ein, die auch dafür sorgt dass die Luftqualität gewährleistet ist. Sie unterstützt auch die Kühlung, da sie verhindert, dass heiße Luft ins Haus gelangt, die erst wieder mit sehr viel Energie herunter gekühlt werden müsste. Die Wohnraumlüftung bildet die Basis für jedes Passivhaus, da sie Sommer wie Winter dafür sorgt, dass eine Temperaturerhöhung oder ein Auskühlen vom Haus über das Lüften verhindert werden.

Es wird in jedem Wohn-, Schlaf-, und Aufenthaltsraum frische Luft eingesickert und in den Bädern, Küche, WC´s  schlechte Luft dem Raum entnommen.

Mit der Energie der schlechten Luft wird die frische Außenluft aufgewärmt und den Räumen zugeführt. So kann das Haus 24 Stunden am Tag belüftet werden, ohne dafür Heizenergie aufwenden zu müssen.

Sollte das Haus über längere Zeit unbewohnt sein, wird es keine abgestandene schlechte Luft geben, wenn das Haus dann wieder bewohnt wird. Ist das Haus im Sommer gekühlt, sorgt die Wohnraumlüftung dafür, dass die kühle Luft im Haus bleibt.

Die vielen Vorteile einer Komfortlüftung:

- Frische Luft wie im Freien ohne ein Fenster öffnen zu müssen

- Ein frisch gelüftetes Haus auch wenn es nicht immer bewohnt wird und somit ein manuelles Lüften ohnehin nicht möglich ist

- Einbruchsicherheit, da in der Nacht kein Fenster offen steht

- Durchschnittlich 60% weniger Staub, da die Komfortlüftung den Staub im Raum absaugt

- Keine Mücken und Fliegen im Haus

- Keine Pollenbelastung in den Sommermonaten

- Keine Staubbelastung durch Außenluftfilterung mit Feinstaubfiltern

- Energieeinsparung durch die Wärmerückgewinnung ( ca. 30% der Gesamtheizkosten)

- Ablüften von Ausdünstungen aus Bodenbelägen, Farben, Möbeln etc.

- Keine Rückstände von Zigarettenrauch in Vorhängen oder Farben durch kontinuierliches Be- und Entlüften der gesamten Finca

- Durch den Entfeuchtungseffekt der Wohnraumlüftungsanlage steigt die relative Luftfeuchtigkeit nicht mehr so enorm. Auch im Winter wird die Luftfeuchtigkeit unten gehalten, damit wird das Raumklima auch im Winter  mediterraner und sehr angenehm empfunden (keine Schimmelbildung)

Eine Moderne Wärmepumpenanlage entspricht dem Zeitgeist. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Umwelt und ist daher als nachhaltig anzusehen. Sie schont die Ressourcen auf der Insel. Da Strom der Einzige Energieträger ist, der auf der Insel Produziert werden kann. Alle anderen Energieträger müssen mit hohem Energieeinsatz auf die Insel transportiert werden. Der Umgang mit Strom, muss sehr effizient sein, da die Kapazitäten im Moment schon fast ausgeschöpft sind. So sollte ein Haus, das mit Wärmepumpentechnik ausgestattet ist, die Energiemenge die das System und das Haus benötigt, selber mittels Photovoltaik  und Solarsystemen erzeugen. So kann das Ziel, ein Haus ohne Emissionen und Energiekosten zu betreiben erreicht werden.