Mallorca Immobilien Nachrichten

Reich werden mit den eigenen vier Wänden?

Eine Immobilie - das ist was Sicheres. So die weit verbreitete Meinung. Wer jedoch nur sein Geld anlegen will ohne darin zu wohnen, für den gilt das nur bedingt, sagt Christian Jaspreneite, Volkswirt beim Bankhaus M.M. Warburg: "Es kann ja wahnsinnig viel schief laufen: Eine Wohngegend kann deutlich an Wert verlieren, man kann Pech mit seinen Mietern haben, die Wohnung als solche kann gewisse Strukturmängel aufweisen, die dazu führen, dass man immer wieder nachbessern, renovieren muss."

Nie ungesehen kaufen

Gerade sind die Immobilienpreise in einigen Ländern, wie vor allem den USA oder Spanien, im Sinkflug. Jetzt einstiegen ist zwar in vielen Fällen günstig, aber nichts für Anfänger, sagt Michael Feigl, Anlage-Experte beim Institut für Finanzdienstleistungen in Hamburg: "Man braucht sehr viel Fachwissen, um da nicht schief zu laufen (...). Wir haben Ende der 90er die Problematik mit Schrottimmobilien gehabt. Leute haben schon einmal versucht ihre Altersvorsorge über Immobilien abzusichern und sind dabei massiv gescheitert." Deshalb gelte immer: Eine Immobilie nie ungesehen kaufen und vor Vertragsabschluss Einsicht in die Protokolle der Eigentümerversammlung verlangen. Gleichzeitig muss man bereit sein, eine hohe Verschuldung in Kauf zu nehmen. Oder sehr viel Kapital mitbringen. Im Moment sogar beides, sagt Feigl, denn die Banken verlangten zurzeit eine vergleichsweise hohe Eigenleistung: 25 bis 30 Prozent Eigenkapital sollen es in den meisten Fällen sein. Die ideale Zielgruppe sei deshalb eher klein: "Der klassische Fall: Beide verdienen Geld und leben dort wo diese Immobilie ist - das heißt, sie könne sich auch jederzeit überzeugen, wie es um den Zustand der Immobilie aussieht (...).

Schutz gegen Wertverlust

Dafür ist man mit einer Immobilie weitestgehend gegen einen Wertverlust geschützt. Wie gut, hängt jedoch vom jeweiligen Standort ab. Nahezu uneingeschränkt gelte das nur für Ballungszentren wie Hamburg, Frankfurt oder München: Das ist beim Immobilien-Investment eigentlich mitgegeben, weil sich der Wert der Immobilie an den Wert des Geldes anpasst. Das macht er aber nur, wenn der Wert der Immobilie auf einem Markt ist, auf dem Nachfrage herrscht."

Investition in Immobilienfonds

Zu den Kriterien für eine gute Lage zählen die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, umfassende Einkaufsmöglichkeiten sowie die Nähe zu Schulen und Kindergärten. In ländlichen Gebieten allerdings, würden die Häuser-Preise langfristig fallen, so Volkswirt Jasperneite: "Wer jetzt außerhalb von Ballungszentren kauft, der muss eigentlich davon ausgehen, dass die Preise in den nächsten Jahren fallen werden." Wer zurzeit überhaupt die relative Sicherheit von vier Wänden sucht, der sei gut beraten, das Risiko zu streuen und in viele Häuser gleichzeitig zu investieren - auf dem Papier. Zum Beispiel mit offenen Immobilienfonds: "Die Erfahrung zeigt, dass dort dann Renditen erzielbar sind, die langfristig etwas oberhalb des Geldmarktzinses liegen und die Schwankungsbreite ebenfalls extrem gering ist - vergleichbar mit dem Geldmarkt. Wer einen etwas längeren Investmenthorizont mitbringt, kann dann auch die Sicherheit erwarten, die man von Immobilen unterstellt, und die ist viel höher als beim Investment in eine Einzel-Immobilie."

Der Preis für diese relative Sicherheit ist dann: Bei der Rendite - von bisher durchschnittlich vier bis fünf Prozent- sind keinen großen Sprünge zu erwarten.