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Mallorca, wo die Insel schön und ruhig ist

Adiós Ballermann und beliebteste Sehenswürdigkeiten: Dort, wo wenig los ist. Wo es einsam und unentdeckt ist. Im touristischen Hinterland, versteckt und fernab von jeglichem Trubel und Massentourismus ist eine Menge an Neuland zu entdecken. Ecken, nach denen deutsche Touristen sonst vielleicht nicht suchen würden.

 

Im Norden: Bucht von Pollença und Alcúdia

Ganz im Norden der Insel liegt die 12 000-Einwohner-Stadt Pollença mit gleichnamiger Bucht. Der klare Vorteil von Pollença ist: Es liegt maximal entfernt von der Hauptstadt Palma de Mallorca. Genau am anderen Ende der Insel. Die Kleinstadt rühmt sich zahlreicher Kunstgalerien und etlicher Unterkünfte in ruhiger Umgebung. Noch ruhiger, ja einsam, da nicht bewohnt, ist es am rund 20 Kilometer entfernten Felskap Cap de Formentor. Eine spektakuläre Straße führt hinauf zum nördlichsten Punkt Mallorcas. Die Aussicht 200 Meter hinab auf die Steilküste und das tiefblaue Meer ist atemberaubend.

Zehn Kilometer feinsandiger Strand


Wer lieber baden will, kann sich in der vom Felskap geschützten Bucht von Pollença einen Liegestuhl suchen. Wegen ihrer abgeschiedenen Lage gelten die Strände von Pollença wie auch die der Nachbarbucht Alcúdia als relativ ruhig. Die größere Bucht von Alcúdia bietet mit gut zehn Kilometern Länge nicht nur mehr Platz für Strandliebhaber, sondern auch ein kleines historisches Städtchen. Hier finden sich Ausgrabungen aus der Römerzeit von der ältesten Siedlung der Insel.

 

In den Bergen: Orient und Alaró

Naturliebhaber und Wanderer finden hier ihr persönliches Paradies: die Berge der Serra de Tramuntana. Von Pollença im Norden zieht sich die wilde Gebirgskette bis nach Andratx im Süden. Keine Hügel, sondern „richtige“ Berge, wie der höchste Gipfel Mallorcas beweist: 1446 Meter ist der Puig Major hoch. Naturgemäß halten sich in den Bergen nur scheue Tiere und versprengte Gruppen von Wanderern auf. Insbesondere wer als Ausganspunkt Alaró oder Orient und eben nicht das viel bekanntere Valldemossa wählt, bewegt sich auf abgelegenen Pfaden.

Ein Bierchen mit Einheimischen


Das kleine Dorf Alaró am Fuße des gleichnamigen Kastells bietet zwar keine Unterkünfte für Touristen, dafür eine echt mallorquinische Plaza. In den umgebenden Cafés schlürfen nur Einheimische ihre frisch gezapften Cañas oder erschöpfte Wanderer, die das alte Kastell auf gut 800 Metern Höhe bestiegen haben. Ein paar Kilometer weiter Richtung Westen liegt das winzige Dorf namens Orient. Wer es bis hierher schafft, versteht, warum das Dorf wohl einer der sichersten Plätze auf Mallorca sein muss. Orient besteht lediglich aus ein paar Natursteinhäusern, einer Kirche ohne Turm, zwei Restaurants und einem Landhotel im ehemaligen Herrschaftshaus. Ringsherum nur Berge, Mischwälder und Olivenhaine. Einsamer geht es kaum.

 

Im Südosten: Naturpark Mondragó

Naturpark, verträumte Buchten und Fischerort für Individualisten: Im Gegensatz zum Osten Mallorcas ist der Südosten um den Parc Natural Mondragó gerade noch rechtzeitig unter Naturschutz gestellt worden. In dem Naturpark sind deshalb nahezu unbebaute Sandbuchten, Lagunen, Dünensysteme und weitläufige Kiefernwälder zu finden. Sowohl Wanderer als auch Fans von romantischen Strandbuchten kommen hierher – allerdings nicht in Massen.

Unverbauter Blick auf Bilderbuchbucht


Wer weiter Richtung Norden wandert, trifft auf Salinen, Felsen und Steilküste. Südlich des Parks schließt der malerische Fischerort Cala Figuera an. An einer tief eingeschnittenen, zweigeteilten Bucht gelegen, kann sich der Hafen durchaus zu den schönsten der Insel zählen. Trotz des landschaftlich reizvollen Ambientes ist Cala Figuera bislang ein Ziel für Individualisten geblieben. Denn die nächsten Strände liegen ein Stück entfernt. Es kostet etwas Mühe, sie zu erreichen: Mit dem Fahrrad, dem Mietauto, Minizug oder Bootszubringer – eben kein Ziel für die Massen.

Im Kloster

Klöster dienten den Menschen schon immer als Zufluchtsort. Manche suchen dort ihr Seelenheil, Ruhe und Einsamkeit, andere hoffen auf die Erleuchtung. Klöster gelten weltweit als friedliche und sichere Orte. Zum Glück gibt es auf Mallorca etliche davon – man kann sogar in ihnen übernachten. Das Kloster Lluc zum Beispiel liegt in einem Tal der Serra de Tramuntana, im Nordwesten der Insel. Herrlich einsam, vor allem nachts. Wie gut, dass der erste Sonntag im August auch schon vorbei ist. Denn an diesem Tag pilgern jedes Jahr mehr als 12 000 Gläubige zu dem Wallfahrtsort Lluc. Die Gefahr von Menschenansammlungen dürfte also gebannt sein.

Schlafen in der Klosterzelle


Ansonsten stehen Touristen, die auf der Suche nach dem Mallorca jenseits von Baden und Feiern sind, etliche andere Klöster offen: die Einsiedelei La Victoria, das Heiligtum San Salvador, die Klöster von San Honorat und Nostra Senyora de Cura. Im Unterschied zum bekannten Lluc finden nur wenige Mallorca-Touristen zu den letztgenannten Heiligtümern. Deshalb sollten sie darauf gefasst sein, mit sich, der Welt und ein paar Mönchen alleine zu sein.

Im Landesinneren: Agrotourismus

Den Hasen und Schafen lauschen: Nicht neu, dafür aber umso individueller ist der sogenannte Agroturismo auf Mallorca. Übersetzt bedeutet diese Art von Urlaub so viel wie Landtourismus. Also Urlaubs- und Freizeitangebote in dörflich-ländlichem Umfeld. Das heißt: abseits von Städten, jenseits von lauten Beach-Bars, überfüllten Legebatteriestränden und feiernden Massen.

Urlaub auf der Finca


Dafür sind die Unterkünfte umso liebevoller hergerichtet. Oft sind es alte, umgebaute Fincas und Landsitze aus Naturstein im Landesinneren. Stilvoll und luxuriös, mit Pool, Dachterrassen und Gärten. Viele von diesen Fincas verstecken sich im Herzen der Insel zwischen Olivenhainen und Schafweiden. Sie zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Noch schwieriger könnte es für Urlauber mit kleinem Budget werden. Denn preislich liegen die exklusiven Landhotels und Agroturismo-Fincas deutlich über den Massenherbergen in den Ballungszentren.