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Mallorca- keine Gnade für Verkehrssünder

Besser korrekt fahren: Wie Verkehrssünder in Spanien zur Kasse gebeten werden. Dass man im Gefängnis landet, wenn man das Auto auf einem markierten Radweg abstellt, ist jedoch immer noch die Ausnahme auf Mallorca.

Genau dies widerfuhr der Talkshowmoderatorin Arabella Kiesbauer vor vier Jahren. Sie und ihr Ehemann legten sich wegen eines Strafmandats über 50 Euro mit der Polizei an, und nachdem die Moderatorin „auf abfällige Weise“, wie es die Nachrichtenagenturen berichteten, 50 Euro in die Brusttasche eines Beamten steckte, wurde sie abgeführt und durfte „eine Nacht auf dem Betonfußboden einer Gefängniszelle verbringen, die schlimmste Nacht ihres Lebens“.

Seitdem haben sich die Strafmaße auf der Ferieninsel Mallorca eher noch nach oben bewegt – und Kontrollen gibt es zuhauf, zumal auf Mallorca drei Arten von Polizisten im Einsatz sind: Neben der Guardia Civil, einem Überbleibsel der Franco-Zeit, gibt es noch die Policia Local und die Policia Nacional, die allesamt personell sehr gut ausgestattet sind. Und wesentlich flinker als andere Dienstleistungsunternehmen in Spanien – besonders im Austeilen der „multas“, wie Knöllchen auf Spanisch heißen. In der „Ora“, der Kurzparkzone im Zentrum von Palma, muss man 60 Euro Strafe zahlen, wenn die Parkzeit überschritten wurde. Wer in den mitunter engen Straßen mit einem Autoreifen auf dem Bürgersteig steht, muss 90 Euro berappen.
Das gleiche Strafmaß wird im Parkverbot fällig, das anders als in Deutschland oft auch mit zum Teil verblichenen Markierungen auf dem Straßenbelag gekennzeichnet ist. 90 Euro kostet das Befahren von Zonen, die nur für Anwohner reserviert sind. Wenn man den Beamten glaubhaft machen kann, dass man auf dem Weg zu einem Hotel ist, droht keine Strafe.

Die Missachtung des roten Ampellichts wird mit 150 Euro geahndet, wobei die spanischen Rot- und Grün-Phasen sehr kurz sind und man schon aufgrund der eigenen Sicherheit gut daran tut, sich penibel an die Verkehrssignale zu halten.

Weil in Spanien traditionell viele Kraftfahrzeuge ohne Versicherung unterwegs sind, wird beim Vergessen des Fahrzeugscheins keine Gnade gewährt: 60 Euro kostet dies, im Einzelfall (wie der Schreiber dieser Zeilen es erlebte) wird das Fahrzeug auch gleich konfisziert und in ein entlegenes Depot transportiert.

Tempolimits – 120 km/h auf Autobahnen, 90 km/h auf Landstraßen und 50 km/h innerorts – werden streng überwacht. Vor kurzem wurden sämtliche 308 Polizeifahrzeuge mit Lasermessgeräten ausgestattet. Der Blutalkoholwert von 0,5 Promille wird ebenso oft kontrolliert – wegen zahlreicher Verkehrsunfälle mit Toten ist dies auch dringend geboten.

Zogen früher Knöllchen bei Mietwagen keine Konsequenzen nach sich, werden Strafzettel nun auch nach Deutschland nachgeschickt, weiß Stefanie Dargel, Pressesprecherin von Europcar: „Bei Verkehrswidrigkeiten fragt die mallorquinische Polizei bei uns nach dem Fahrer des Mietwagens, und wir sind verpflichtet, dessen Daten herauszugeben. Dann wird der Strafbescheid umgehend nach Deutschland weitergeleitet.“

Die Insulaner kennendie Lücken im System – und bezahlen ihre „multas“ einfach nicht. Gerichtlich werden diese Summen nicht eingetrieben. Die Daten werden jedoch gespeichert, was beim Verkauf des Gebrauchtwagens mitunter verhängnisvoll sein kann: Wenn die Karosse nach Jahren abgestoßen werden soll, schaut der Händler als Erstes im Computer nach. Ungünstig, wenn dann die Summe der „multas“ den Wert des Autos übersteigt ...

Nicht nur im Verkehrswesen, auch im Straßenhandel greift die Polizei neuerdings hart durch: Die zahlreichen afrikanischen Händler an der Playa de Palma liefern sich täglich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, wenn sie ihre gefälschten Rolex-Uhren und Gucci-Sonnenbrillen an den Mann bringen wollen. Ähnlich ergeht es den asiatischen Masseurinnen an der Playa, die immer, wenn eine Polizeipatrouille auftaucht, hektisch ihre Tätigkeit unterbrechen, sich in den Sand werfen und als Urlauberinnen tarnen.