Mallorca Immobilien Nachrichten

Mallorca Immobilien: Die Kathedrale in Palma wird renoviert

 

Die Gaudi Keramiken in der Capella Reial sollen restauriert werden. Die Genehmigung dazu wurde jetzt erteilt.

Sie haben ihren Glanz ein wenig verloren.  Die Keramiken des berühmten Architekten  Antoní Gaudi in der Capella Reial in Mallorcas Kathedrale“ La Seu“ sollen nun aufwendig restauriert werden und ihr Erscheinungsbild aus dem frühen 20. Jahrhundert zurück bekommen. Am Dienstag gab dafür von Amts wegen grünes Licht.

Die Keramiken sind an einigen Stellen schon arg in Mitleidenschaft gezogen, einige Teile sind gebrochen bei anderen ist die Versiegelung abgeplatzt.

In der und an der Kathedrale wird eigentlich immer irgendetwas restauriert oder saniert. Manche Architekten nennen La Seu scherzhaft die längste Baustelle der Welt.

La Seu - Die Kathedrale des Lichts

Die Kathedralkirche der Heiligen Maria – im Volksmund La Seu genannt, ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke der Welt und gehört zum Pflichtprogramm eines Besuchs in der Inselhauptstadt Palma.

La Seu  - der Name stammt aus dem Mallorquinischen und bedeutet „der (Bischofs) Sitz“ - ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke der Welt.  Mit 109,50 m Länge,  33 m Breite und 44 m Höhe dominiert sie die Altstadt von Palma und ist schon beim Anflug über das Meer aus dem Flugzeug gut zu erkennen. 

Geschichte

König Jaume I begann den Bau 1230 mit der Grundsteinlegung an der ehemaligen Hauptmoschee von Medina Mayurqa , wie Palma in der Zeit der Maurenherrschaft genannt wurde. Der Legende nach  geriet der König auf See in einen schweren Sturm und bat die Heilige Jungfrau um Hilfe. Als Gegenleistung versprach er den Bau des Gotteshauses.  Vorerst wurde jedoch die vorhandene Moschee als christliches Bethaus genutzt, auch noch, als unter  Jaume II  1306 mit dem  Bau der eigentlichen Kathedrale begonnen wurde. Erst im Jahre 1386 wurden die Reste der Moschee, die sich innerhalb der wachsenden Kirche befanden, abgerissen.

Die Bauarbeiten endeten (vorerst) nach über 300 Jahren Bauzeit mit der Einweihung des Hauptportals im Jahre 1601.

1851 zerstörte ein Erdbeben Teile der Kathedrale,  so dass u.a. die Hauptfassade ab 1852 wieder aufgebaut werden musste.

Architektur

Spötter nennen „La Seu“ die am längsten währende Baustelle der Welt. Die vorwiegend aus Kalksandstein bestehende Konstruktion benötigt ständige Restaurierungsarbeiten, so dass bis heute fast immer ein Teil der Kathedrale von einem Gerüst umgeben ist.

Seit dem Mittelalter haben so die unterschiedlichsten Baustile von der Gotik über die Renaissance, den Manierismus, Barock, Klassizismus bis hin zur katalanischen Moderne ihre Spuren hinterlassen.

Auch der katalanische Architekt Antoni Gaudí, arbeitete von 1904 bis 1914 im Inneren der  Kathedrale. Von ihm stammt u.a. der  Altarbaldachin, der allerdings nach einem Streit Gaudís mit dem Domkapitel unvollendet blieb. Gaudí soll Mallorca danach nie wieder betreten haben.

Erst 2007 wurde im rechten Seitenschiff die von dem  mallorquinischen Künstler Miquel Barceló neu gestaltete St-Peter-Kapelle eingeweiht. Auf einer 300 qm großen Keramikfläche ist die „Vermehrung von Fisch und Brot“ und „Die Verwandlung von Wasser zu Wein„  dargestellt.

Die Rosetten

La Seu wird in vielen Reiseführern mit „Das Licht“ übersetzt.  Auch wenn diese Übersetzung  nicht richtig ist, sorgen 83 Fenster und 7 Rosetten für magische Lichtspiele im Innern der Kathedrale. Die Besichtigung sollten Sie unbedingt auf den Vormittag kurz nach der Öffnung legen, wenn das Sonnenlicht durch die 12,55 m große Hauptrosette mit ihren über 1200 bunten Glasfenstern fällt. Besonderes Glück haben Sie wenn Sie sich am 2. Februar oder am 11. November gegen 9 Uhr in der Kathedrale aufhalten. Dann werden Sie Zeuge des „Lichtwunders von Palma“: Für wenige Minuten scheint die Sonne in einem besonderen Winkel durch die Hauptrosette, so dass deren Licht direkt unter der kleineren Rosette der Westwand erscheint.

Das Museum

Seit 1932 ist in zwei Kapitelsälen und dem Erdgeschoss des Glockenturms  das  kleine „Museu de la Seu“ eingerichtet. Dort ist vor allem Kirchenkunst zu sehen. Im gotischen Kapitelsaal befindet sich der Sarkophag von Clemens VIII. Durch ein reich verziertes Portal aus Santanyi Sandstein gelangt man in den barocken Kapitelsaal mit seiner schönen Kuppel. Dort befinden sich unter anderem zwei riesige Silberleuchter und ein Reliquienschrein mit einem angeblichen Splitter des Kreuzes Jesu.  Der Besuch des Museums ist im Eintrittspreis enthalten.

Was man nicht sieht ….

La Seu ist ein Ort voller Geheimnisse. Der Boden auf dem die Kathedrale erbaut wurde, ist seit Jahrtausenden von unterschiedlichen Kulturen auf vielfältige Weise genutzt worden. Bisher wurden nur begleitende Ausgrabungen im Rahmen von Baummaßnahmen genehmigt. Bis heute hat man z.B.  die Grundmauern der Hauptmoschee nicht gefunden. Dafür tauchten bei Arbeiten am Fundament einer der Säulen Reste von römischen Thermen aus dem 3. Jahrhundert nach Christus auf.

Auch die Königsgräber von Jaume II und Jaume  III hinter dem Altar sind leider nicht zugänglich. Doch sie sind bei weitem nicht die einzigen Toten die im heiligen Boden ihre letzte Ruhe fanden:

Den Untergrund des Gotteshauses durchziehen Krypten und Gruften, an manchen Stellen, so die Archäologen, steht man knietief in menschlichen Überresten. Bestattungen in Kirchen waren im Mittelalter nicht ungewöhnlich und eine Kathedrale wie La Seu  als Wartesaal für die Auferstehung besonders begehrt.

Im Jahre 1403 kam es in Palma zu einer verheerenden Flut. Über 5000 Menschen sollen damals ums Leben gekommen sein. Sie alle wurden unter der Kathedrale in Massengräbern  bestattet.

Einen nicht ganz so gruseligen Blick in die „Unterwelt“ bekommen Sie, wenn Sie den Museumsshop betreten. Durch ein Glasfenster im Boden kann man drei Steinsockel sehen. Sie gehören zu einer mit Götterstatuen gesäumten Straße der ursprünglichen römischen Siedlung.

Auf einen Blick

Wenn Sie mit dem Auto nach Palma fahren parken Sie am besten im Parkhaus „Parc de la Mar“. Es befindet sich zwischen Meer und  Kathedrale und ist an der Autopista de Llevant ausgeschildert.

Wenn Sie aus dem Parkhaus herauskommen, ist La Seu unübersehbar. Gehen Sie um den Parc de la Mar herum und die Treppenstufen hinauf. Um sich ein Bild von der Größe des Gotteshauses zu machen, sollten Sie einmal an der Meerseite entlang gehen. Dort befindet sich auch das schönste der drei Eingangstore, das Portal de Mirador aus dem 14. Jahrhundert. Es ist allerdings verschlossen.

Der Eingang mit den Ticketschaltern befindet sich vom Hauptportal aus links neben der Kathedrale im ehemaligen Almosenhaus. Tipp: Wenn sie keine Führung gebucht haben, lassen Sie sich von den Menschenmassen vor dem Eingang nicht abschrecken. Werfen Sie einen Blick auf die Ticketschalter – oft warten mehrere Besuchergruppen, von denen nicht jeder einzelne ein Ticket lösen muss vor dem Eingang auf ihren Führer – die Wartezeiten sind also nicht so lang wie es scheint.

Nach der Ticketkotrolle gelangen Sie über eine Treppe (mit Rampe für Rollstuhlfahrer) direkt in das Erdgeschoss des Glockenturms die „Sagrista de Vermells“ und damit in den ersten Raum des Museums. Links von der Sakristei befindet sich der gotische Kapitelsaal, durch den Sie auch den barocken Kapitelsaal erreichen. Beide Räume gehören ebenfalls zum Museum

Von dort aus betreten Sie die eigentliche Kathedrale.

In der Mitte sehen Sie den Hauptaltar, rechtes daneben die St.-Peter-Kapelle. In den Seitenschiffen befinden sich 20 weitere, historischen Kirchengrößen gewidmete  Kapellen. Über dem Hauptaltar befindet sich der Gaudí-Baldachin und die große Rosette.

Wenn Sie dem Schild in Richtung Ausgang folgen, erreichen Sie den Kreuzgang. Dort befinden sich auch die öffentlichen Toiletten. Über den Museumshop gelangen Sie zum Ausgang auf der Rückseite der Kathedrale.

Für die Besichtigung sollten Sie 45 Minuten einplanen.

Adresse
Plaça Almoïna, s/n
Palma
Telefon:  971 723 130 

Öffnungszeiten
Montags bis Freitags:
1. April bis 31. Oktober:    Von 10:00 bis 17:15 Uhr
1. Juni bis 30. September: Von 10:00 bis 18:15 Uhr
2. November bis 31. März: Von 10:00 bis 15:15 Uhr

Samstags: Von 10:00 bis 14:15 Uhr

Sonntags und an Feiertagen: Geschlossen

Eintrittspreis: 4 € (Kinder und Residenten: Eintritt frei)

Während der Gottesdienste ist der Eintritt frei, allerdings sind dann keine Besichtigungen möglich.