Mallorca Immobilien Nachrichten

Langzeitvermietung - immer mehr Mieter auf Mallorca zahlen nicht

Ein Rückstand von zwei Mietzahlungen berechtigt zur Räumungsklage. Wenn der Mieter die ausstehende Miete bis zum Termin zur mündlichen Verhandlung ausgleicht, bleibt das Mietverhältnis zwar weiter bestehen, aber bei auch nur einer erneuten verspäteten oder gar ausbleibenden Zahlung wird unverzüglich die Zwangsräumung eingeleitet. Aktuell können rund 25% aller Mieter auf Mallorca die Miete nicht pünktlich oder sogar gar nicht zahlen.

 

Die Mehrheit der spanischen Vermieter sind bei der Neuvermietung von Immobilien sehr vorsichtig. So versuchen sie sich durch Einkommensnachweis, Bonitätsauskunft oder Kautionsbarzahlung zu schützen, doch einen hundert prozentigen Schutz vor Betrügern bietet dies nicht. Immer mehr wird die Beibringung einer Bankbürgschaft in Höhe einer Jahresmiete verlangt. Auch der Abschluss einer Mietrechtschutzversicherung auf Kosten des zukünftigen Mieters erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Eine aktuelle Befragung unter Vermietern zeigt, wie vorsichtig die Vermieter sind. Anstatt den Angaben des Mieters zu vertrauen, verlangen sie detaillierte Sicherheiten. Knapp zwei Drittel aller geschädigten Vermieter verlangen schon vor der Unterzeichnung eines neuen Mietvertrages Bankbürgschaft oder eine Kautionszahlung in bar. So sollen insolvente und zahlungsunwillige Mieter abgeschreckt werden.

Weiterhin wichtig sind ein Gehaltsnachweis (58,7 Prozent), eine Bonitätsauskunft (51,6 Prozent) sowie eine Mietschulden- Freiheitsbescheinigung (22,1 Prozent). Etwas weniger misstrauisch sind Vermieter, die noch keinen Streit mit zahlungsunwilligen Mietern hatten: Nur jeder Zweite besteht auf einen Einkommensnachweis, rund 96 Prozent vermieten ihre Immobilie nicht ohne eine Kautionsbarzahlung.

Jedes zehnte Opfer greift zu Selbstjustiz

Sind die Mietnomaden erst mal in einer Wohnung, bekommt man sie nicht so schnell raus. Deshalb verlassen sich inzwischen nur noch 58 Prozent der Opfer auf den üblichen Rechtsweg mit außerordentlicher Kündigung und Räumungsklage. Jeder zehnte betrogene Vermieter nimmt sein Recht selbst in die Hand und räumt die Wohnung ohne Gerichtsbeschluss, tauscht das Schloss aus, stellt Strom und Wasser ab oder droht den zahlungsunwilligen Mieter.