Mallorca Immobilien Nachrichten

Immobilienkreditmärkte erholen sich erst 2011

Die Finanzierungssituation von Immobiliengesellschaften und Projektentwickler bleibt in den nächsten zwei Jahren angespannt. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von 52 europäischen Immobilienfinanzierern durch das Beratungsunternehmen DTZ hervor. Die Mehrheit (rund 59 Prozent) der befragten Geldinstitute rechnen erst für das Jahr 2011 mit einer „nachhaltigen Erholung“ auf den europäischen Gewerbekreditmärkten.

„Dieses Jahr wird die Mehrheit der Banken in Europa das Kreditvolumen in ihren Schlüsselmärkten auf dem derzeitigen Level belassen“, sagt Timo Tschammler, Geschäftsführer von DTZ Deutschland. Jedoch wollen auch 47 Prozent der befragten Institute dieses Jahr weniger Kredite neu vergeben als 2008. Erst für 2010 rechnen die Geldinstitute wieder mit steigenden Kreditvolumina. DTZ befragte europäische Geschäfts- und Investmentbanken, Hypothekengeber und andere Kapitalgeber mit einem Kreditportfolio von insgesamt 193 Milliarden Euro. Davon sind 80 Prozent der Kredite an private Immobilienunternehmen und weitere 13 Prozent an börsennotierte Immobilien-AGs vergeben. Rund 45 Prozent der befragten Institute sind in Großbritannien ansässig und weitere 22 Prozent kommen aus Deutschland.

Kreditbedingungen sollen verschärft werden

Hohe Kreditausfälle und Zahlungsrückstände in den nächsten Jahren veranlassen die Banken zudem zu einer restriktiveren Politik bei den Kreditbedingungen: 90 Prozent der Befragten geben an, die Kriterien 2009 verschärfen zu wollen und 41 Prozent der befragten Institute den Beleihungsauslauf bei Immobilienkrediten im Vergleich zu 2008 reduzieren.

Paradox, aber wahr: Die Kreditmargen sollen in den nächsten Jahren wiederum steigen. Rund drei Viertel der befragten Institute wollen dieses Jahr die Gewinnspanne anheben, fast 40 Prozent planen für 2010 eine weitere Erhöhung der Margen.

Projektentwickler schon jetzt betroffen

Unter den schärferen Kreditvergaben und einer einbrechenden Nachfrage durch die Finanzkrise leiden derzeit vor allem die Immobilien-Projektentwickler. Nach einer Untersuchung des Analyseinstituts BulwienGesa in den sieben deutschen A-Städte (Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf Berlin etc.) gingen die geplanten Projekte mit einem Realisierungshorizont bis 2013 sind um neun Prozent zurückgegangen. Unter Berücksichtigung der bereits fertig gestellten sowie im Bau befindlichen Objekte ergibt sich laut BulwienGesa ein Rückgang des Projektvolumens um 4,4 Milliarden Euro ( minus 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

BFW warnt vor Kreditklemme

Von Verbandsseite hagelt es deshalb massiv Kritik: „Der Leitzins liegt mit aktuell ein Prozent auf einem Rekordtief und gewährt damit den Banken die Möglichkeiten Kredite günstig zu vergeben. Die Banken verweigern der Wirtschaft aber aktuell Kredite zu guten Konditionen“, moniert Walter Rasch, Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen.

„Für rund 35 Prozent unser Unternehmen haben sich die Zinskonditionen merklich verschlechtert. 30 Prozent berichten sogar von massiven Problemen, überhaupt Projektfinanzierungen zu erhalten“, erläutert Rausch weiter. Investitionen in den Wohnungsbau würden damit deutlich erschwert und die niedrigen Baufertigstellungen weiter fortsetzen, so Rausch.