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Deutsche interessieren sich wieder für Immobilien

In den USA, Spanien und England sind die Immobilienmärkte zusammengebrochen – doch die Deutschen setzen nach wie vor auf Wohneigentum. Laut einer aktuellen Umfrage erwägen immer mehr Deutsche den Kauf einer Immobilie als Inflationsschutz. Makler berichten von stark wachsenden Anfragen.

Immobilien bilden nach Ansicht der meisten Deutschen den besten Schutz vor Inflation. Und: Wohneigentum wird im Rahmen der Altersvorsorge eine größere Rolle spielen. Gut zwei Drittel der Bevölkerung sind außerdem der Meinung, dass der Staat den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie fördern sollte, hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Immobilienverbandes IVD ergeben. "Gerade in Krisenzeiten entdecken die Menschen in Deutschland die Immobilie als werthaltige Asset-Klasse wieder", stellt IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling fest. 54 Prozent der Befragten nannten Immobilien mit großem Abstand vor anderen Anlageformen als besten Schutz vor Inflation. "Die Immobilie ist damit der Gewinner der Finanzkrise", ergänzt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD.

Bei einer Inflation von zwei Prozent hätten 20.000 Euro Barvermögen nach zehn Jahren nur noch einen Wert von 16.407 Euro, rechnet Schick vor. Maßgeblich für Immobilieneigentum sei der Vermögenserhalt. Der durchschnittliche Wert eines mittleren Einfamilienhauses in Großstädten sei in den letzten dreißig Jahren immerhin von 220.000 auf 382.000 Euro gestiegen.

Das stark wachsende Interesse der Bundesbürger am Immobilienerwerb hat jeder zweite IVD-Makler (57 Prozent) seit Jahresbeginn zu spüren bekommen. Einfamilien- und Zinshäuser würden bei den Vermittlern viel mehr nachgefragt. IVD-Präsident Kießling spricht sogar von einer "Renaissance der Zinshäuser", deren Preise klar anziehen würden. Bei einer Umfrage unter 6000 Maklern hatte ein Großteil bei ihren Kunden den Inflationsschutz als Kaufmotiv ausgemacht. Zudem wurden häufig die günstigen Zinsen als Grund für den Immobilienerwerb angegeben.

Drei Viertel der Immobilieneigentümer halten ihr Haus oder ihre Wohnung für eine werthaltige Vermögensanlage, ergab die Umfrage ebenfalls. 87 Prozent gehen von einer gleichbleibenden oder größer werdenden Bedeutung von Wohneigentum bei der Altersvorsorge aus. Mehr als die Hälfte der Bürger (58 Prozent) glauben, dass Wohneigentum in Zukunft eine größere Rolle bei der Altersversorgung spielen wird. In der Gruppe der Eigentümer glauben 66 Prozent an eine größere Rolle. Bei den Mietern gehen 50 Prozent von einer größeren Bedeutung der Immobilie in der Altersvorsorge aus. "Die selbstgenutzte Immobilie ist eine wichtige Säule der privaten Altersvorsorge. Die Mietfreiheit im Alter ist ein großer Vorteil", kommentiert IVD-Präsident Kießling.

Zwei Drittel (67 Prozent) der Bevölkerung halten es zudem für wichtig, dass möglichst viele Bürger Wohneigentum erwerben können, ergab die Forsa-Umfrage. Diese Einschätzung findet sich in allen Bevölkerungsgruppen. Nur 31 Prozent der Bürger erachten dies als nicht so wichtig. Rund die Hälfte der Mieter (48 Prozent) hat laut Forsa bereits über einen Immobilienerwerb nachgedacht. "Es gibt in Deutschland rund 21 Millionen Mieterhaushalte", sagt Schick. "10 Millionen Haushalte müssen als 'verhinderte Eigentümer' gelten. Hier ist ein großer Bedarf an Förderung des Wohneigentums vorhanden." Der Staat sollte den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie stärker fördern meint auch die Mehrheit der Befragten (51 Prozent). Nur 31 Prozent der Bundesbürger findet, dass der Staat genug tut. Ein Drittel derer, die vom Staat eine größere Unterstützung erwarten, wünschen sich die Wiedereinführung der Eigenheimzulage. 23 Prozent halten Steuererleichterungen für eine sinnvoll. "Der Staat muss den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie stärker fördern", fordert denn auch Verbandschef Kießling. "Das Steuerrecht muss in Bezug auf Wohneigentum geändert werden." Der IVD werde den Parteien entsprechende Vorschläge vorlegen.

Zu ähnlichen Umfrageergebnissen kommt auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Allianz. Befragt wurden 1000 Immobilienbesitzer sowie Personen, die innerhalb der nächsten fünf Jahre in die eigenen vier Wände ziehen möchten. Als häufigsten Grund für den geplanten Immobilienkauf nannten 38 Prozent der zukünftigen Eigenheimbesitzer die Altersvorsorge. Die zweitwichtigste Triebfeder für den Immobilienerwerb: Im eigenen Zuhause lasse es sich günstiger wohnen als zur Miete (34 Prozent). Doch erst auf Platz drei der Rangliste folgt hier der Wunsch nach Eigentum (29 Prozent).