Mallorca Immobilien Nachrichten

Der Haushalt der Balearen für das Jahr 2013 beschert zahlreiche Steuererhöhungen

Die Grunderwerbsteuer steigt erneut, die Vermögenssteuer für Residenten wird wieder eingeführt, das Geldwäschegesetz wird verschärft und weitere Abgabenerhöhungen auf Mallorca.

Das spanische Geldwäschegesetz wurde verschärft: Geschäftsleute dürfen keine geschäftlichen Transaktionen mit Werten über 2.499,99 € mehr in bar ausführen. Ab sofort ist es spanischen Geschäftsleuten untersagt, geschäftliche Transaktionen von 2.500 € und darüber in bar abzuwickeln. Zuwiderhandlungen werden mit Strafen zwischen 25 % und 100 % des Zahlbetrages geahndet. Jede Amtsperson (z.B. ein Notar oder Rechtsanwalt), der von einer Überschreitung der zulässigen Beträge erfährt, ist verpflichtet, dieses unverzüglich der Finanzbehörde zu melden. Das Limit für Barzahlungen erhöht sich auf 15.000 €, wenn es sich bei dem Zahlenden um keine steuerpflichtige Person oder Gesellschaft in Spanien handelt.

Der Kauf von Immobiliengesellschaften ist zukünftig nicht mehr von der Grunderwerbsteuer befreit. Die Möglichkeit der Grunderwerbsteuerbefreiung beim Kauf von Geschäftsanteilen einer Immobilien-SL wurde mit sofortiger Wirkung abgeschafft. Von dieser Regelung ausgenommen bleibt lediglich der Erwerb von Gewerbebetrieben (z.B. Hotels, Restaurants, etc.), auch wenn das Vermögen der Gesellschaft vorwiegend aus Immobilienbesitz besteht.

Innerhalb weniger Monate wird zudem die Grunderwerbssteuer (impuesto de transmisiones patrimoniales para inmuebles, ITP) ein weiteres Mal erhöht. Betroffen ist zunächst einmal nur das untere Preissegment wo die Steuer von derzeit 7% auf zukünftig 8% angehoben werden soll. Die Steuer wird beim Verkauf von Bestandsimmobilien zwischen Privatpersonen fällig, aber auch bei der Übertragung von Anteilen einer Gesellschaft, auf die hauptsächlich Immobilien eingetragen sind. Angehoben wird außerdem die Beurkundungssteuer (impuesto sobre actos jurídicos documentados, IAJD), die bei allen notariellen Beurkundungen anfällt. Käufer müssen demnach statt 1,0 Prozent ab dem kommenden Jahr 1,2 Prozent des Immobilienwertes zahlen.

Die Balearen wollen die Vermögenssteuer für Residenten wieder einführen. Als letzte Regierung aller spanischen autonomen Regionen (einzige Ausnahme Madrid) wollen auch die Balearen nun wieder die Residenten mit der Vermögenssteuer belegen. Die Vermögenssteuer war 2008 ausgesetzt, später wieder eingeführt worden und zuletzt hat es die Regierung den autonomen Regionen freigestellt eine Vermögenssteuer zu erheben. Der Freibetrag beträgt 700.000 €. Bei Eheleuten mit gemeinschaftlichem Eigentum steht der Freibetrag jedem Ehepartner zu. Der Tarif ist progressiv von 0,2 % bis 2,5 % gestaffelt. Da nichtresidente Immobilienbesitzer ohnehin schon zu der Vermögenssteuer herangezogen wurden, ändert sich für diese Gruppe zunächst einmal nichts. 

Die Abwassergebühren sollen ebenfalls erhöht werden. Es wird proportional zum Wasserverbrauch auch eine Gebühr für das Abwasser berechnet. Betroffen sind alle Verbraucher mit einem Bedarf von mehr als 6 m³ Wasser pro Monat. Besonders betroffen sein werden Golfplätze, die ja einen astronomischen Wasserverbrauch haben, aber bislang von Abwassergebühren gänzlich befreit waren.