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Baustellenführungen in Palma de Mallorca

Geplante Führungen: Kongresspalast, Stadtmauer, Playa de Palma, aber auch sonst hat die Lieblingsinsel der Deutschen zum Baustellentourismus gerüstet.

 

 

 Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hat Führungen auf den wichtigsten Baustellen sowie solchen Gebieten im Stadtbezirk ins Programm genommen, wo wichtige Bauprojekte vorangetrieben werden. Das Bauamt will in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer auf Mallorca den Bürgern eine Gelegenheit geben, die Projekte des neuen Palma de Mallorca kennenzulernen, wie es heißt. Dabei sollen die Bürger auch direkt mit den Projektverantwortlichen über die Veränderungen im Stadtbild diskutieren können.

Die Führungen in spanischer Sprache sind kostenlos, jedes Projekt wird mit einem theoretischen und praktischen Teil vorgestellt. Treffpunkt ist jeweils freitags um 19 Uhr in der Architektenkammer, Calle Portella 14 in der Altstadt von Palma, wo der verantwortliche Architekt einen Vortrag hält. Am Samstag darauf findet dann jeweils eine Führung vor Ort statt.

Ausgewählt wurden sieben Projekte:

7. Mai: Baluard del Príncep (Restaurierung der historischen Stadtmauer von Palma am Paseo Marítimo), Architekt Elías Torres

14. Mai: Corredor Verde del Parc de les Vies (Neue Grünflächen im Stadtzentrum im Umfeld des Bahnhofs), Albert Viaplana

28. Mai: Kongresspalast, Architekt Patchi Mangado

4. Juni: Umgestaltung der Straßen Blanquerna und Fábrica, Architekten Joan Riera und Toni Forteza

11. Juni: Modernisierung der Playa de Palma, Architekt Adriaan Geuze

18. Juni: Umgestaltung Marktplatz Pere Garau

25.
Juni: Escoletes (Kindergarten- und Schulbau)

Das Küstendorf Port d´Andratx überlebt zwischen Society und Skurrilitäten

 

 

Im Morgengrauen ist Port d´Andratx noch der Hafen, der er immer war. Kreischende Möwen kreisen über den alten Fischerkähnen, die gegen fünf Uhr früh ihre Liegeplätze verlassen wie Ratten ein sinkendes Schiff, als nähmen sie die Träume von alten Zeiten in ihren Netzen mit hinaus, ins immer noch schwarz glänzende Meer.

Schon beim Frühstück im „Samoa“ begutachten sich Residenten und Touris mit Lacoste-Shirts und generalüberholten Gesichtern wie zum Kauf gebotene Gebrauchtwagen, und man ahnt, warum Port d´Andratx auch „Port Quatsch“ heißt. Rund 2000 Residenten im „Düsseldorfer Loch“ halten es für das St-Tropez der Deutschen, seit Bea Fiedler vor 15 Jahren barbusig in einer Bar auf dem Tisch tanzte, die es nicht mehr gibt.

 

Bauskandalen zum Trotz – während in Marbella Grundstückspreise in den Keller purzeln, steigen sie hier jährlich um 15 Prozent. In Andratx wird gekauft, gebaut, gebohrt und gebaggert. „Der korrupte Bürgermeister hat einiges versaut“, so eine Maklerin, die anonym bleiben will. Vergabe illegaler Baugenehmigungen, Schmiergelder in Millionenhöhe warf die Staatsanwaltschaft dem im Mai zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilten Ex-Bürgermeister vor. „Seitdem ist es schwerer denn je, Baugenehmigungen zu bekommen!“ 1996 lag der Quadratmeter Bauland bei 80 Mark, heute darf der gewillte Käufer dafür ab 700 Euro, „nach oben offen“, berappen. Die grünen Hügel von einst sind beinahe flächendeckend zubetoniert.

Tja, damals. Damals wähnten sich Reiche zwischen Fischerkähnen und drei, vier Bars noch allein auf dem schiefen Kopfsteinpflaster in dem Dorf, dessen mallorquinische Fassade großteils authentisch blieb. Damals, als das Schwarzgeld in Bündeln vor dem großen Don Pedro auf den Tisch geknallt wurde, er möge einem „das schönste Haus am Berg bauen“. Der legendäre Architekt Pedro Otzoup verlieh den Andratxer Hügeln mit mediterraner Baukunst ihr typisches Gesicht. Er starb arm, als Spieler, Glückssucher, Gestrandeter. Sein Hab und Gut war am Roulettetisch versickert, sein Werk bleibt.

Vor gut zehn Jahren kam dann das Volk in den „Hafen der Hoffnung“. Rechtschaffene Dienstleister, aber auch solche mit gefakten Visitenkarten oder mit Vorstrafenregistern, die länger sind als die örtliche Warteliste für einen Telefonanschluss. Ganzjahreshausmeister in Luxusvillen, Kellner, Butler, Gärtner, Gigolos. „Wissen Sie“, sagen die Ersten von damals heute, „wenn große Tiere durchs Dorf gehen, werden sie halt von Fliegen verfolgt.“ Andererseits: Ein Esel ohne Fliegen ist wie ein König ohne Volk. Irgendwer musste sich schließlich der Dinge annehmen, die der gemeine Mallorquiner nicht wuppt. Kaum ein Resident beherrscht die Sprache der Insulaner. Vom Zahnarzt bis zur Putzfrau: Man spricht Deutsch. Und betreibt Subkultur in Reinform.

In jedem dritten Haus findet sich ein Maklerbüro oder Interieur-Laden mit mediterranem Schnickschnack, den es woanders sicher billiger gibt. Das gepflegte Dinner for two ist unter 100 Euro im Hafen kaum zu haben. „Hohe Preise halten Billigtouris fern“, so Makler Nils F. „Seit die Russen Marbella kaputtgemacht haben, gibt´s hier noch mehr Reiche und Promis als früher.“ Dieter Bohlen parkt oft seinen frisch polierten Jeep auf der Promenade, im „Mercadona“ diskutiert Sabine Christiansen in fließendem Spanisch über Schinken vom schwarzen Schwein, TV-Kollege Jürgen von der Lippe wechselt sein Fernseh-Outfit nach Drehschluss scheinbar ungern: Safarihemd, Shorts, Strohhut, wat solls, man ist ja auf Malle.