Mallorca Immobilien Nachrichten

15 Prozent weniger Millionäre

Die Krise hat auch die Reichsten der Welt hart getroffen: Ihr Vermögen schrumpfte um ein Fünftel. Besonders unbeliebt waren Aktien. Viele flüchteten in sichere Geldanlagen wie Tagesgeld, Immobilien, Gold und sogar Kunst.

Erstmals seit der geplatzten Internetblase ist die Zahl der Millionäre weltweit wieder zurückgegangen. Laut dem jährlichen Reichtumsbericht, der von Merrill Lynch und Capgemini vorgestellt wurde, gab es im vergangenen Jahr 8,6 Millionen Menschen, die über ein Finanzvermögen von mindestens einer Million Dollar verfügten. Das sind fast 15 Prozent weniger als noch 2007. In Deutschland sank die Zahl der Dollar-Millionäre etwas weniger stark um knapp drei Prozent auf 809.700 Menschen. Das heißt: Etwa jeder hundertste Deutsche ist Millionär.

Ein Fünftel weniger auf der hohen Kante
Insgesamt betrug das Vermögen der Millionäre 32,8 Billionen Dollar und erreichte damit wieder das Niveau von 2005. Das solide Wachstum der Jahre 2006 und 2007 wurde zunichte gemacht, teilten Merrill Lynch und Capgemini mit. Vor allem die Ultra-Reichen, die mindestens 30 Millionen Dollar besitzen, litten. Ihr Vermögen schrumpfte um fast 24 Prozent.

Vermögensverwalter bekommen Ärger
Der schwindende Reichtum führte zu einem massiven Vertrauensverlust der Millionäre in ihre Banken und Vermögensverwalter. Mehr als ein Viertel der Reichen zog das Geld von der Bank ab oder wechselte den Vermögensverwalter. Sie kritisierten vor allem die mangelnde Verfügbarkeit von Produkten, die Gebühren und die schlechte Kommunikation der Vermögensverwalter.

Cash, Tagesgeld und Gold statt Aktien
Um ihr Vermögen zu erhalten, stießen die Millionäre massiv ihre Aktien ab. Laut der Studie sank der Anteil am Investitionsvermögen von 33 auf 25 Prozent. Dagegen waren risikoärmere Anlageformen begehrt: Das Vermögen floss zunehmend in Bargeld, Depotanlagen und Zinspapiere wie Tagesgeld oder Anleihen. Darüber hinaus kauften die Reichen bevorzugt physische Goldbarren und –münzen. Auch Immobilien gewannen an Bedeutung: 18 Prozent des Vermögens wurde in den Immobilienbesitz ohne Eigennutzung investiert.

Kunst als Flucht in die Sicherheit
Bei Luxusgütern sparten die Millionäre nicht. Unverändert gaben sie ein Viertel ihres Gelds für Autos, Yachten und Privatjets aus. Besonders gefragt waren Kunst, Schmuck und Uhren. Der Anteil von Kunstgegenständen stieg von 20 auf 25 Prozent. Die Reichsten sähen Kunst in Zeiten der Krise als zusätzliches Mittel der Flucht in Sicherheit und als besonders werthaltig, hieß es in der Studie. Schmuck und Uhren machten 22 Prozent des Luxusvermögens aus.

Die meisten Millionäre befinden sich immer noch in den USA. Dahinter folgen Japan und Deutschland. Bereits an vierter Stelle liegt China. Die chinesischen Millionäre überholten die Briten.

Trotz Krise dürfte das Finanzvermögen der Dollar-Millionäre langfristig wieder steigen. Die Autoren der Studie schätzen, dass bis 2013 das Vermögen auf 48,5 Billionen Dollar wächst.
Das wäre eine jährliche Steigerungsrate von rund acht Prozent